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Gruppe von fünf beruflich gekleideten Menschen steht in einem modernen Bürogebäude. Eine Frau im Vordergrund blickt selbstbewusst in die Kamera, während die anderen Personen lächelnd hinter ihr stehen.

Wenn kein Angehöriger da ist, um sich um den Nachlass zu kümmern, kommen Nachlasspfleger ins Spiel. Vielleicht haben Sie noch nie von dieser Tätigkeit gehört – aber Nachlasspfleger sind unverzichtbare Vertrauenspersonen, wenn es darum geht, Nachlässe ordnungsgemäß abzuwickeln. Ob für Bestattungsunternehmen, gemeinnützige Organisationen oder Gerichte: Sie übernehmen die Verwaltung des Erbes, wenn niemand sonst da ist. Erfahren Sie hier, was Nachlasspfleger tun, warum ihre Arbeit so wichtig ist und wie man in dieses spannende Tätigkeitsfeld einsteigen kann.

Was macht ein Nachlasspfleger?

Ein Nachlasspfleger kümmert sich darum, dass die Werte und Wünsche einer verstorbenen Person nach deren Tod ordnungsgemäß verwaltet werden. Das ist besonders wichtig, wenn keine Angehörigen vorhanden sind oder sich die Erben nicht vor Ort befinden. Nachlasspfleger sorgen dafür, dass alle Vermögenswerte sicher erfasst, dokumentiert und verteilt werden – seien es Immobilien, Konten, wertvolle Gegenstände oder persönliche Sammlungen.

Nachlasspfleger können von verschiedenen Seiten beauftragt werden, etwa:

  • Bestattungsunternehmen: Da Bestatter oft als Erste von einem Todesfall erfahren, verweisen sie regelmäßig an Nachlasspfleger, wenn weiterer Regelungsbedarf besteht.

  • Gemeinnützige Organisationen: Wenn eine Organisation, wie die Deutsche Krebshilfe oder SOS-Kinderdörfer, als Erbe eingesetzt wird, engagiert sie oft einen Nachlasspfleger, um die Nachlassabwicklung vor Ort zu übernehmen.

  • Gerichte: Wenn keine bekannten Angehörigen vorhanden sind, setzen Gerichte oft einen Nachlasspfleger ein, um das Erbe zu verwalten und die rechtmäßigen Erben zu finden.

Beispiel:
Eine ältere Dame setzt ihren Neffen als Testamentsvollstrecker ein, der jedoch weit entfernt lebt und sich um viele Details kaum kümmern könnte. Der Nachlasspfleger würde dann in Absprache mit dem Neffen vor Ort alle wichtigen Aufgaben übernehmen.

Wie wird man Nachlasspfleger?

Obwohl „Nachlasspfleger“ kein Ausbildungsberuf ist, wird die Rolle zunehmend professionell gestaltet und durch den Bund Deutscher Nachlasspfleger unterstützt. Interessenten – oft aus Berufen wie Recht, Steuern oder dem Bankwesen – können eine spezielle Schulung an der NachlassAkademie absolvieren. Hier lernen sie, wie man Nachlässe verwaltet, Dokumentationen anfertigt und mit den rechtlichen Vorgaben umgeht.

In der Ausbildung lernen Nachlasspfleger unter anderem:

  • Strukturierte Nachlassverwaltung 
    Den Überblick über Vermögenswerte zu behalten, sie zu bewerten und rechtlich sicher zu verwalten.

  • Kommunikation und Vertrauen 
    Da Nachlasspfleger oft mit hohen Werten betraut werden, ist eine transparente Dokumentation unerlässlich, um das Vertrauen der Beteiligten zu sichern.

  • Sensibilität und Einfühlungsvermögen
    Viele Erblasser haben besondere Wünsche – z. B. die Sorge für ein Haustier nach ihrem Tod. Nachlasspfleger müssen verantwortungsbewusst und empathisch handeln, um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden.

Der Bund Deutscher Nachlasspfleger unterstützt die Professionalität des Berufs durch regelmäßige Schulungen und Zertifizierungen und stellt sicher, dass die Nachlassgerichte vertrauenswürdige und kompetente Ansprechpartner zur Verfügung haben.

Warum Nachlasspfleger unverzichtbar sind

Die Rolle eines Nachlasspflegers ist wichtig, um den Nachlass sicher und ordnungsgemäß zu verwalten, besonders in Abwesenheit naher Angehöriger. Professionelle Nachlasspfleger sorgen dafür, dass Werte bewahrt, Wünsche umgesetzt und Erben gefunden werden, ohne dass es zu Komplikationen oder Unsicherheiten kommt. Dies ist eine ehrenvolle und verantwortungsvolle Aufgabe, die es ermöglicht, dass der letzte Wille des Erblassers respektiert wird und der Nachlass in die richtigen Hände gelangt.

Ob Sie selbst einen Nachlasspfleger benötigen oder überlegen, in diesem Bereich tätig zu werden – Nachlasspfleger erfüllen eine wertvolle Aufgabe, die auf Vertrauen, Professionalität und Empathie basiert.

Vermögenswerte: Alles, was zum Nachlass gehört: z. B. Geld, Immobilien, Wertpapiere, Fahrzeuge oder persönliche Gegenstände mit wirtschaftlichem Wert.

Testamentsvollstrecker: Eine vom Erblasser bestimmte Person, die den letzten Willen umsetzt und den Nachlass im Sinne des Testaments abwickelt.

Bund Deutscher Nachlasspfleger (BDN): Ein Berufsverband für Nachlasspflegerinnen und -pfleger, der Qualitätssicherung, Weiterbildung und Interessenvertretung bietet.

NachlassAkademie: Eine Fortbildungseinrichtung für Fachleute im Erbrecht, insbesondere Nachlasspfleger, mit Seminaren und Zertifikatskursen.

Nachlassgericht: Abteilung des Amtsgerichts, die für erbrechtliche Angelegenheiten zuständig ist – z. B. Testamentsverwahrung, Erbscheinverfahren oder Bestellung von Nachlasspflegern.

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